Was bewegt und prägt die Welt – ein Besuch beim Gipfeltreffen der Weltmarktführer

Gipfeltreffen der Weltmarktführer

Gastbeitrag Wenn Hidden Champions, führende Unternehmer und politische Entscheider zusammenkommen, dann kann das nur eines bedeuten: Es ist Gipfeltreffen der Weltmarktführer – Ein Beitrag von Geschäftsführerin Anna Heuzeroth

Gipfeltreffen der Weltmarktführer

Was bewegt aktuell unsere Welt und unsere Wirtschaft? Und was sagen die Top-Entscheider zu den Entwicklungen? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, habe ich mich mit meiner Kollegin Julia Steger auf den Weg nach Schwäbisch Hall gemacht. Dort findet einmal jährlich das Gipfeltreffen der Weltmarktführer statt.

An zwei Tagen erwartet uns dort die geballte Expertise zu wirtschaftlichen und politischen Themen. Es sind nicht nur Geschäftsführer von Unternehmen wie der Telekom als Redner vor Ort, sondern auch Politiker wie der ehemalige Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert.

Voller Vorfreude haben wir uns am 31. Januar im Veranstaltungsort der Bausparkasse Schwäbisch Hall eingefunden. Um neun Uhr startete das Programm mit einer Begrüßung durch Dr. Walter Döring, Beat Balzli und Jürgen Gießler. Die anschließende Rede von Prof. Dr. Lammert wird uns auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben, wie er mit viel Eloquenz und einem guten Schuss Humor die aktuelle Welt- und Wirtschaftssituation treffend beschrieben hat.

Sind wir ersetzbar?

Das erste Highlight des Vormittags war für mich der Publisher-Talk zwischen der Herausgeberin der WirtschaftsWoche, Miriam Meckel, und Till Reuter, dem Vorstandsvorsitzenden der KUKA AG. In dem kontroversen Gespräch ging es nicht nur um die Fragestellung, ob Roboter die Menschen im Alltag langfristig ersetzen können, sondern auch um die viel diskutierte Übernahme von KUKA durch den asiatischen Konzern Midea. Anschließend schlug das Interview den inhaltlichen Bogen zurück zum Thema „Roboter“. In einer Live-Abstimmung konnten wir darüber entscheiden, ob wir selber von Robotern ersetzbar wären. 70% waren der Meinung, sie seien unentbehrlich.

Um halb zwei begann der Slam der Innovatoren, in dem vier deutsche Gründer in kurzen, dreiminütigen Pitches ihre Unternehmensideen präsentierten. Auch hier hatten wir erneut die Chance abzustimmen. Wie bei „Höhle der Löwen“ konnten wir darüber entscheiden, in wen wir investieren würden. Die Mehrzahl der Leute stimmten für das Konzept von „Ubitricity“, ein Start-Up, das Ladestationen für Elektroautos mobiler und einfacher verfügbar anbietet.

Eine Lichtlos-Session

Nach den spannenden Kurzpräsentationen der Junggründer haben Julia und ich uns eine Pause vom Zuhören gegönnt und an einer „Lichtlos-Session“ teilgenommen. Dabei saßen wir mit zehn anderen Teilnehmern in einem dunklen Raum und haben verschiedene Challenges bewältigt, die unsere Kreativität und unseren Einfallsreichtum fördern sollten. Eine der Aufgaben war es, den Gegenstand unter seinem Stuhl zu ertasten, zu beschreiben und die anderen Teilnehmer erraten zu lassen, um welches Objekt es sich handelt. Es war dabei sehr beeindruckend zu erfahren, wie anders, intensiver und kreativer man die Welt wahrnimmt, sobald man sich nicht mehr maßgeblich auf seinen Sehsinn verlassen kann. Das Ausschalten des „sehen- und gesehen-Werdens führte dabei besonders zu deutlich unvoreingenommeneren Diskussionen.

Nach diesem kurzen Exkurs hatte uns die Rednerwelt wieder. EU-Kommissar für Haushalt und Personal, Günther Oettinger, sprach über die aktuelle Situation des Brexits und das schwierige Verhältnis der Vertragsverhandlungen zwischen Großbritannien und der EU, das für viele Unternehmer eine große Unsicherheit für ihre Geschäftsbeziehungen mit sich bringt. „Die Briten möchten durch die Haupttür raus und durch das Küchenfenster wieder herein,“ erklärte er und bezog sich dabei auf die Vielzahl an Sonderkonditionen, die Großbritannien trotz EU-Austritt erhalten möchte.

Um kurz vor acht endete der Vortragsteil des ersten Veranstaltungstages. Mit einem Shuttle wurden wir von der Kongress-Location zum Carmen-Würth-Forum gefahren, wo uns Sekt, ausgefallene Häppchen und die fantastischen Würth Philharmoniker mit einem Auszug aus Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ erwarteten.

Gipfeltreffen der Weltmarktführer                      Gipfeltreffen der Weltmarktführer

Der zweite Tag

Nach diesem ersten, gelungenen Tag hatten wir hohe Erwartungen an Tag zwei – die nicht enttäuscht wurden. Nach einem sehr innovativen Auftakt von Tesla, der die Thematik „Pioniergeist“ des Programms am zweiten Kongresstag einläutete, war der Vortragstag vom Thema „Schlaues Scheitern“ geprägt. Die beiden Redner Mark Hiller (Shareholder bei RECARO Aircraft Seating) und Freya Oehle (Co-Founder von Spottster) erzählten mit viel Ehrlichkeit und Charme von ihren persönlichen Erfahrungen und ihrem Umgang mit dem unternehmerischen Scheitern. Während sich das Unternehmen von Mark Hiller durch einen Strategiewandel und ein neues Leitbild aus der Krise arbeiten konnte, entschloss sich Freya Oehle zur Schließung ihrer Firma. Ihr Fazit: sie und das ganze Team sind gestärkt und mit neuer Inspiration daraus hervorgegangen.

Mein Fazit für das Gipfeltreffen der Weltmarktführer: Julia und ich nehmen viel Inspiration und unternehmerischen Weitblick mit nach Hause, den wir mit unseren OSCARianern teilen können. Aktuelle Themen wie die Digitalisierung und auch die politischen Entwicklungen beeinflussen die Wirtschaft, aber auch uns persönlich. Die Vorträge haben also nicht nur unsere Sinne für wirtschaftliche Belange geschärft, sondern aufgezeigt, wie wichtig es auch für junge Menschen wie uns ist, sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen und sich an den Trends von übermorgen zu beteiligen.

Auch in den Köpfen alteingesessener Unternehmen findet langsam ein Umdenken statt, denn sie merken, dass neue, unkonventionelle Lösungen und ein größeres Interesse am Wohle der Kunden und Mitarbeiter essentiell für Erfolg ist. Eine Philosophie, die heute schon in unseren Köpfen präsent ist. Besonders deutlich wurde auch, dass diese beiden Generationen und Denkweisen in Zukunft verstärkt zusammenarbeiten müssen, um einen Mehrwert für die gesamte Gesellschaft und jede beteiligte Person zu gewährleisten.

Gipfeltreffen der Weltmarktführer


Anna Heuzeroth
Geschäftsführung Anna Heuzeroth

Die gebürtige Bonnerin arbeitet seit einem Jahr in der Kölner
Geschäftsführung und treibt Themen wie Digitalisierung als Beratungsprodukt
kräftig voran. Vor ihrer OSCAR.zeit hat Anna Industriemanagement
studiert und ist danach direkt in die Beratungsbranche eingestiegen.